Psychische Gesundheit von geflüchteten Erwachsenen
Eine sozialpsychologische Perspektive auf individueller und struktureller Ebene
Aus sozialpsychologischer Perspektive wird untersucht, wie prämigratorische, migrationsbedingte und postmigratorische Einflussfaktoren gemeinsam mit psychosozialen Stressoren wie Diskriminierung, Rassismus und Akkulturationskonflikten die psychische Gesundheit beeinflussen. Die vorliegende Bachelorarbeit mit dem Titel Psychische Gesundheit von geflüchteten Erwachsenen von Lorina Tachtler und Andrin Camadini beschäftigt sich mit der Fragestellung, welcher Massnahmen es bedarf, um die psychische Gesundheit von geflüchteten Erwachsenen zu stärken. Die Autor*innen analysieren mittels Literaturrecherche zentrale Einflüsse, Versorgungslücken und Krankheitsphänomene. Die Ergebnisse zeigen, dass Menschen mit einer Flucht-geschichte mehrfach marginalisiert sind und sowohl im Zugang zur Gesundheitsversorgung als auch in anderen Lebensbereichen auf zahlreiche Barrieren stossen Die Soziale Arbeit kann durch stabilisierende, ressourcenorientierte und strukturverändernde Interventionen einen Beitrag zur Förderung der psychischen Gesundheit von Betroffenen leisten. Auf Basis eines bio-psycho-sozialen Gesundheitsverständnisses werden wichtige Ansätze wie traumasensible Begleitung, transkulturelle Kompetenz, gesundheitsbezogene und kritische Soziale Arbeit eingeführt. Die Bachelorarbeit richtet sich an Fachpersonen der Sozialen Arbeit im Handlungsfeld Flucht und Migration. Sie verfolgt das Ziel, Handlungsspielräume in einem System restriktiver Asylpolitik sichtbar zu machen. Abschliessend wird deutlich, dass eine Verbesserung der psychosozialen Versorgung nur mit politischen und gesellschaftlichen Veränderungen möglich ist.