Psychomotorik und Körperverstehen in der Systemischen Supervision
In der heutigen schnelllebigen und kopflastigen (Arbeits-) Welt besteht ein Bedürfnis nach körper- und handlungsorientierten Reflexionsmöglichkeiten. So haben in den letzten Jahren körperbezogene Zugänge das systemische Beratungs- und Supervisions-verständnis erweitert.
Die Psychomotorik beschäftigt sich mit der Wechselbeziehung von Wahrnehmen, Fühlen, Denken, Bewegen und Verhalten. Psychomotoriker*innen beobachten, wie sich diese Wechselbeziehungen auf der körperlichen Ebene ausdrücken und die Bewegungen und Beziehungen beeinflussen. Im psychomotorischen Verständnis entwickelt sich der Mensch im Kontakt mit seinem Gegenüber. Dazu wird der Körper als verstehender Zugang aktiv genutzt. Ältere Theorien, wie der verstehende Ansatz von Seewald, wer-den in einem erweiterten, unter anderem systemischen, Verständnis von aktuellen Au-tor*innen ergänzt.
Diese Arbeit beschreibt ein systemisch-konstruktivistisches Supervisionsverständnis mit Fokus auf das «Verstehen» in der Supervision. Es werden ausgewählte körperbezogene verstehende Zugänge und Perspektiven aus der Psychomotorik beschrieben, mit einem systemischen Blick betrachtet und das Verbindende des Körperverstehens im Systemischen und Psychomotorischen herausgearbeitet. Das beschriebene Körperverstehen aus psychomotorischer Perspektive wird in der Systemischen Supervision angewendet und reflektiert.
Anhand von Fallvignetten werden ausgewählte (körper-) verstehende Zugänge aus der Psychomotorik und ihre Anwendung in der Systemischen Supervision beleuchtet und begründet.
Diese Auseinandersetzung zeigt auf, wie das psychomotorische Körperverstehen in der Systemischen Supervision integriert und angewendet werden kann.