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Public Affairs als Form von Advocacy zur langfristigen Finanzierung eines Dienstleistungsangebots für Cancer Survivors

Eine Analyse mit strategischen Stossrichtungen sowie Handlungsempfehlungen für die Krebsliga Bern

Bis 2030 wird die Zahl an Cancer Survivors in der Schweiz auf 500'000 ansteigen. Sie haben grössere Bedürfnisse nach gesundheitlicher Versorgung sowie ein erhöhtes Risiko für weitere Tumore als die allgemeine Bevölkerung, weshalb der Bedarf an zusätzlichem spezialisiertem Gesundheitspersonal zunehmen wird. Das fragmentierte Schweizer Gesundheits- und Sozialwesen erschwert eine koordinierte und auf die Bedürfnisse der Betroffenen abgestützte Hilfeleistung, es drohen Versorgungslückung und Exklusionstendenzen. Für die Krebsliga Bern birgt diese Fragmentierung besondere Herausforderungen, etwa das Sicherstellen der Finanzierung von Dienstleistungen in einem Umfeld, das durch unterschiedliche Systemlogiken und Stakeholder geprägt ist. Diese auf die Praxis ausgerichtete Arbeit setzt hier an und stellt die Hauptforschungsfrage ins Zentrum, inwiefern Public Affairs als Form von Advocacy auf der Meso- und Makroebene für die Krebsliga Bern erfolgsversprechend ist, um ihr Dienstleistungsangebot für Cancer Survivors langfristig finanziell zu sichern. Sie geht weiter den Unterfragestellungen nach, welche Voraussetzungen seitens der Krebsliga Bern dafür erfüllt sein müssen und welche anderen Advocacy-Formen es gibt. Ziel der Arbeit war es, basierend auf einer Analyse strategische Stossrichtungen sowie Handlungsempfehlungen für die Krebsliga Bern zu erarbeiten. Die Fragestellungen wurden mittels einer systematischen Literaturrecherche sowie eines Mehrmethodendesigns in Form einer qualitativen Befragung (Fokusgruppengespräche) und einer Umfeld- und Organisationsanalyse beantwortet. Die Ergebnisse zeigen, dass Public Affairs als Form von Advocacy für die Krebsliga Bern grundsätzlich erfolgsversprechend sein kann, um ein Dienstleistungsangebot für Cancer Survivors finanziell zu sichern. Eine ausschliessliche Finanzierung durch den Staat ist zu hinterfragen, empfehlenswert ist ein Finanzierungsmix. Krankheiten wie Krebs sind nicht nur ein individuelles Problem, und es existieren auch in der Schweiz grosse gesundheitliche Unterschiede in der Bevölkerung. Gesundheit wiederum wird von unterschiedlichen Faktoren, unterschiedlichen Politikfeldern und politischen Entscheiden beeinflusst. Die Soziale Arbeit ist aufgefordert, sich in politische (Entscheid-)Prozesse einzumischen, weil sie einerseits die primäre und einzige Gesundheitsprofession ist, die soziale Einflussfaktoren auf Gesundheit und Krankheit professionsimmament berücksichtigt und andererseits von der Tatsache ausgeht, dass Gesundheit und Krankheit sich nicht bloss individuell manifestieren, sonder aus gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen und Versorgungsangeboten entstehen. Der Krebsliga Bern stehen zum Zwecke dieser politischen Einmischung zugunsten von Cancer Survivors Instrumente wie Public Affairs zur Verfügung, die sie einsetzen kann. Der erfolgreiche Umgang mit knappen Ressourcen, neue Finanzierungsmodellen oder dem zunehmend heterogenen Finanzierungsmix aus verschiedenen Quellen setzt indes erweiterte Management- und Führungskompetenzen sowie die Allokation entsprechender personeller Ressourcen voraus. 

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Eva Zwahlen
Krebs, Cancer Survivors, Advocacy, Public Affairs
Public Affairs als Form von Advocacy zur langfristigen Finanzierung eines Dienstleistungsangebots für Cancer Survivors
Eine Analyse mit strategischen Stossrichtungen sowie Handlungsempfehlungen für die Krebsliga Bern
Master-Thesis
108 Seiten
10.08.2022
10.26038/623651