Radikalisierung hat (k)ein Geschlecht
Analyse der Motive radikalisierter Frauen und Betrachtung geschlechtsreflektierter Präventionsarbeit
Diese Bachelorarbeit untersucht die Motive radikalisierter Frauen, sich extremistischen Gruppen anzuschliessen. Zur Recherche untersucht Elisabeth Sogi aktuelle Forschungen und Literatur diverser Sprachen. Um den Kontext der Radikalisierung zu verstehen, werden die Begrifflichkeiten des Radikalismus sowie die extremistischen Strömungen des Rechtsextremismus und Jihadismus differenziert erläutert. Daraus werden Erkenntnisse für die Soziale Arbeit abgeleitet und dargelegt. Die Ergebnisse der Literaturrecherche zeigen, dass beide Radikalisierungsformen zahlreiche strukturelle Parallelen aufweisen, sich jedoch in ideologischer Fundierung, Zielrichtung und gesellschaftlicher Wahrnehmung unterscheiden. Frauen nehmen in beiden Kontexten aktive Rollen ein, die lange unterschätzt wurden. Ihre Motive sind vielfältig und reichen von Identitäts- und Gemeinschaftssuche über Rebellion bis hin zu Sinnstiftung und ideologischer Überzeugung. Für die Praxis der Sozialen Arbeit ist nicht nur eine gendersensible Präventionsarbeit, sondern auch eine reflektierte Haltung zentral. Dadurch können Radikalisierungstendenzen frühzeitig erkannt werden, sowie stereotype Zuschreibungen vermieden werden, um wirksame Interventionsangebote bereitzustellen.