Rechts. Männlich. Demokratiefeindlich.
Die Soziokulturelle Animation als demokratische Praxis im Umgang mit männlichem Rechtsextremismus
Die Bachelorarbeit "Rechts. Männlich. Demokratiefeindlich." von Sami Charfeddine untersucht das Phänomen des Rechtsextremismus bei männlichen Erwachsenen. Dafür analysiert sie genderspezifische Elemente rechtsextremer Ideologien und gewährt einen Einblick in Handlungsfelder und -ansätze, die für die Soziokulturelle Animation im Umgang mit gefährdeten und bereits radikalisierten rechtsextremen Männern relevant sind. Mithilfe einer tiefgründigen Literaturrecherche ordnet der Autor zunächst Rechtsextremismus begrifflich ein und arbeitet dessen charakterliche Merkmale heraus, für die auch Gender- und Männlichkeitsvorstellungen eine wichtige Rolle spielen. Anschliessend werden makro-, meso- und mikrosoziale Erklärungsansätze rechtsextremer Radikalisierungsprozesse dargestellt, wobei sich zeigt, dass rechtsextreme Einstellungen nicht monokausal entstehen, sondern durch ein Zusammenspiel von Faktoren des gesellschaftlichen Wandels, der Sozialisation und persönlicher Dispositionen auf allen drei Ebenen begünstigt werden. Darauf aufbauend nimmt die Arbeit spezifische Praxisbereiche wie die politische Bildung, die Männerarbeit sowie aufsuchende, sozialraumorientierte und strategisch-strukturelle Ansätze in den Blick. Diesbezüglich zeigt die Bachelorarbeit anhand konkreter Methoden und Beispiele auf, wie demokratische Teilhabe gefördert und hegemoniale Männlichkeitsvorstellungen reflektiert werden können und wie dies der Entwicklung rechtsextremer Ideologien entgegenwirken kann. Gleichzeitig werden Grenzen und Herausforderungen der Praxis diskutiert, die die Arbeit mit zu Rechtsextremismus neigenden Männern behindern können.