Rückfallrisiko bei alkoholabhängigen Menschen

Eine qualitative Untersuchung individueller Einflussfaktoren und deren Bedeutung für die Soziale Arbeit

Die vorliegende Bachelor-Arbeit befasst sich mit den individuellen Einflussfaktoren auf das Rückfallrisiko bei alkoholabhängigen Menschen und deren Bedeutung für die Soziale Arbeit. Das Ziel der Arbeit ist es, die Diskrepanz zwischen theoretischen Modellen des Rückfallgeschehens und der subjektiv erlebten Realität der Betroffenen zu untersuchen. Dabei wird kritisch hinterfragt, inwiefern etablierte Erklärungsansätze die komplexen Lebenslagen der Klient*innen in der Beratungspraxis ausreichend abbilden. Auf theoretischer Ebene werden aktuelle Erklärungsmodelle der Abhängigkeit und Rückfalltheorien analysiert. Der empirische Teil der Arbeit basiert auf vier qualitativen Leitfadeninterviews mit betroffenen Personen. Die Auswertung erfolgte mittels der qualitativen Inhaltsanalyse, um tiefgreifende Einblicke in die individuellen Bewältigungsstrategien und Barrieren der Interviewpartner zu gewinnen. Die Ergebnisse zeigen, dass neben psychischen Faktoren insbesondere strukturelle Barrieren, soziale Isolation und existenzielle Sorgen (wie Wohnungsnot und finanzielle Instabilität) massgebliche Rückfallrisiken darstellen. Die Arbeit kommt zum Schluss, dass die Soziale Arbeit in der Suchthilfe über die klinische Perspektive hinausgehen muss. Es bedarf einer verstärkten Fokussierung auf die materielle Existenzsicherung und die Förderung sozialer Teilhabe, um langfristige Abstinenz zu ermöglichen. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit eines ganzheitlichen, ressourcenorientierten Handlungsansatzes in der Beratungspraxis.

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Livia Leuenberger
Rückfallrisiko bei alkoholabhängigen Menschen
Eine qualitative Untersuchung individueller Einflussfaktoren und deren Bedeutung für die Soziale Arbeit
Bachelor-Thesis
05.01.2026