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Soziale Arbeit in der transkulturellen Psychiatrie

Die Entwicklung eines theoretischen Verständnisses zur professionellen Unterstützung von Klient_innen mit migrationsspezifischen Herausforderungen in der Erwachsenenpsychiatrie

Migrationsbewegungen können für die migrierenden Menschen spezifische Herausforderungen in Bezug auf ihre psychische Gesundheit mit sich bringen. In der vorliegenden Arbeit wird auf die Schnittstelle von psychischer Belastung, Migration und sozialen Faktoren eingegangen. Die Soziale Arbeit in der Psychiatrie ist für letzteres zuständig, jedoch gibt es keine theoretischen Konzepte, die den Umgang mit der Schnittstelle aus sozialarbeiterischer Sicht beleuchtet. Das Ziel der Arbeit ist daher, einen Beitrag zur Schliessung dieser Lücke zu leisten. Sie orientiert sich dabei an folgender Forschungsfrage: Wie können Sozialarbeiter_innen im Arbeitsfeld Erwachsenenpsychiatrie Klient_innen mit migrationsspezifischen Herausforderungen professionell unterstützen? Die Fragestellung wurde zuerst anhand vier theoretischer Teile untersucht: 1. wurde die Soziale Arbeit im Arbeitsfeld Psychiatrie beleuchtet. 2. wurden auf verschiedenen Ebenen die migrationsspezifischen Herausforderungen herausgearbeitet. 3. wurden u. a. die Rolle von Dolmetscher_innen in der Behandlung und Erklärungsmodelle zu unterschiedlichen Krankheitsvorstellungen thematisiert. 4. wurde das Modell der transkulturellen Kompetenz vorgestellt. Parallel zu diesem theoretischen Teil wurden Interviews mit fünf Sozialarbeiterinnen durchgeführt, die durch ihre Arbeit an der Schnittstelle von Sozialer Arbeit, Migration und psychischer Gesundheit spezifisches Expert_innenwissen zur Forschungsfrage entwickelt haben. Die theoretischen und empirischen Ergebnisse der vorliegenden Arbeit haben gezeigt, dass Menschen mit migrationsspezifischen Herausforderungen spezifische psychische Belastungen ausgesetzt sein können, die stark mit sozialen Faktoren zusammenhängen. Die Soziale Arbeit ist in der Erwachsenenpsychiatrie mit zuständig für die Unterstützung bei der Bewältigung dieserHerausforderungen, wie beispielsweise beim Zugang zum Arbeitsmarkt. Dafür ist sie auf spezifisches psycho-soziales Fachwissen angewiesen, um die psychische Dynamiken im Migrationsprozess professionell (mit-)behandeln zu können. Für die Soziale Arbeit steht weniger die Diagnose, sondern die Interaktion mit den Klient_innen im Zentrum der Behandlung, um diese transkulturell kompetent unterstützen zu können. Durch die Festigung und den Ausbau von Teilnahme- und Teilhabemöglichkeiten der Klient_innen kann die psychische Gesundheit durch die Soziale Arbeit gestärkt werden. Ein wichtiges Werkzeug dafür ist die Vermittlungsarbeit zwischen Klient_in und System(en). Weiter kann die Soziale Arbeit durch den Einbezug der spezifischen Lebenswelten der Klient_innen biografisch anschlussfähige Lösungen ermöglichen. Sie ist dabei abhängig von institutionell günstigen Rahmenbedingungen.
Zusammenfassend kann die Soziale Arbeit über die Analyse und den darauf aufbauenden
differenzierten Einbezug der migrationsspezifischen Herausforderungen in der Behandlung die soziale Dimension von Gesundheit bearbeiten und dadurch die Klient_innen in der Psychiatrie professionell unterstützen.

 

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Dirk Tas
Soziale Arbeit in der transkulturellen Psychiatrie
Die Entwicklung eines theoretischen Verständnisses zur professionellen Unterstützung von Klient_innen mit migrationsspezifischen Herausforderungen in der Erwachsenenpsychiatrie
Bachelor-Thesis
105 Seiten
05.2021
10.26038/369301