Soziale Innovation in der Psychiatrie
Eine Einzelfallstudie der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich
Die vorliegende Master-Thesis widmet sich der Untersuchung zentraler Faktoren, die den Erfolg sozialer Innovationen in psychiatrischen Kliniken beeinflussen. Im Mittelpunkt steht die Fragestellung: Was sind Erfolgsfaktoren von sozialen Innovationen in psychiatrischen Kliniken?
Als empirische Grundlage dienen qualitative Interviews mit Expertinnen und Experten des interprofessionellen Innovationsgremiums Think Tank der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich und der Fachhochschule Nordwestschweiz. Die Analyse erfolgt auf drei Ebenen: der Mikro- (individuellen), Meso- (organisationalen) und Makroebene (gesellschaftlichen). Sie zeigt, dass soziale Innovationen dann erfolgreich sind, wenn alle drei Ebenen sinnvoll zusammenspielen. Dazu gehört, dass psychiatrische Organisationen Klientinnen und Klienten aktiv und partizipativ in Innovationsprozesse einbinden. Gleichzeitig müssen geeignete organisationale Strukturen geschaffen werden, die diese Beteiligung ermöglichen. Erst wenn diese Bedingungen mit den gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen wirksam verknüpft werden, können nachhaltige soziale Innovationen entstehen.
In diesem Prozess nimmt die Soziale Arbeit eine zentrale Rolle ein, um als verbindendes Element zwischen Wissenschaft und Praxis zu agieren. Die Soziale Arbeit eröffnet neue Handlungsspielräume und fördert ein umfassendes Verständnis von psychischer Gesundheit, welche die biologische, psychologische, soziale und kulturelle Dimension gleichwertig einbezieht. Ziel ist es, die Teilhabe und selbstbestimmte Lebensführung von Menschen mit einer psychischen Erkrankung nachhaltig zu stärken. Darüber hinaus identifiziert die Master-Thesis spezifische Bedingungen, die soziale Innovationen innerhalb psychiatrischer Organisationen begünstigen. Eine offene Führungs- und Organisationskultur sowie ein strategischer Umgang mit den Herausforderungen eines volatilen, unsicheren, komplexen und mehrdeutigen (VUCA) geprägten Umfelds erweisen sich dabei als wesentliche Voraussetzungen damit soziale Innovationen entstehen und umgesetzt werden können.