Strategien im Umgang mit Lücken im Lebenslauf

Eine Analyse über den gewünschten Umgang mit Lücken aus Sicht von Arbeitgebenden unter Berücksichtigung der Erfahrungen von Arbeitsintegrationsstellen

Die vorliegende Arbeit untersucht Strategien, wie niedrigqualifizierte Personen mit Lücken im Lebenslauf bei der Stellensuche umgehen können. In ihren Ausbildungspraktika in der Arbeitsintegration wurden die beiden Autorinnen immer wieder mit der Frage konfrontiert, wie Lücken in den Lebensläufen am besten deklariert werden können, damit die Chancen auf eine nachhaltige berufliche (Re-)Integration so hoch wie möglich sind. Dazu lassen sich in der Literatur nur sehr wenige Arbeiten und Studien finden. Demzufolge wurde die Fragestellung wie folgt formuliert: Wie soll mit Lücken im Lebenslauf umgegangen werden, damit für die Klientinnen und Klienten im Bereich der Arbeitsintegration die grösstmögliche Chance zur (Re-)Integration in den ersten Arbeitsmarkt erzielt werden kann?

Nach einer theoretischen Aufarbeitung der Thematik, welche neben psychologischen und soziologischen Aspekten auch eine kritische Auseinandersetzung mit der Ratgeberliteratur beinhaltet, wurde als Vorstudie ein Experteninterview mit Fachpersonen von drei Integrationsfachstellen geführt. Unter Berücksichtigung der Resultate dieser Interviews wurde eine Online-Befragung durchgeführt, welche sich an Personalfachkräfte und vorgesetzte Personen in drei Branchen richtete. Dazu wurden jeweils fünf fiktive Lebensläufe mit unterschiedlichen Strategien zum Umgang mit Lücken aufgrund von Langzeitarbeitslosigkeit an die teilnehmenden Personen geschickt mit der Bitte, diese zu beurteilen und anschliessend vertiefende Fragen zu beantworten.

Diese Arbeit zeigt, dass sowohl für Fachpersonen der Arbeitsintegration als auch für personalrekrutierende Personen aus den drei befragten Branchen ein ehrlicher und transparenter Umgang mit Lücken im Lebenslauf zwingend ist. Dies spricht für eine erfolgte Aufarbeitung der Lücke und deren Ursache, was zeigt, dass diese schwierige Phase abgeschlossen und die sich bewerbende Person bereit für zukünftige Herausforderungen ist. Erfolgversprechende Strategien sind eine telefonische Kontaktaufnahme, das Beilegen einer sogenannten dritten Seite zur Erklärung von Lücken, eine Auflistung privater Weiterbildungen und Freiwilligenarbeit, Kreativität, das Zeigen von Motivation sowie eine Kombination dieser Strategien.

Daraus wurden Empfehlungen für die Fachstellen der Arbeitsintegration herausgearbeitet. Zusammengefasst lassen sich zwei Schwerpunkte nennen: erstens die Unterstützung bei der Aufarbeitung der Lücke sowie bei der Vorbereitung und Durchführung des Bewerbungsprozesses im Hintergrund und zweitens die Abstimmung der Bewerbung und der Strategie im Umgang mit Lücken auf die potenziellen Arbeitgebenden unter Berücksichtigung der Ressourcen der Klientel. Dabei lassen sich verschiedene Strategien im Umgang mit Lücken, wie eine telefonische Kontaktaufnahme, das Füllen von Lücken mit diversen positiv zu wertenden Tätigkeiten oder Kreativität im Rahmen der Bewerbungsstandards, kombinieren.

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Claudia Rohrer, Mascha Hug
Strategien im Umgang mit Lücken im Lebenslauf
Eine Analyse über den gewünschten Umgang mit Lücken aus Sicht von Arbeitgebenden unter Berücksichtigung der Erfahrungen von Arbeitsintegrationsstellen
Bachelor-Thesis
186 Seiten
06.07.2017
978-3-03796-629-7