Strukturelle Ausgrenzung - Die Lebensrealitätabgewiesener Asylsuchender in den Nothilfestrukturendes Kantons Bern
Eine professionsethische Perspektive der Sozialen Arbeit
Für die vorliegende Bachelorarbeit hat die Autorin, Ariane Blattner, die Lebensrealität abgewiesener Asylsuchender in den Nothilfestrukturen des Kantons Bern aus einer professionsethischen Perspektive untersucht.
Innerhalb des Theorieteils wird das Spannungsfeld der Sozialen Arbeit als Menschenrechtsprofession thematisiert. Dabei wird das berufsethische Dilemma reflektiert, das bei der Einhaltung rechtlicher Vorgaben und dem menschenrechtsorientierten Handeln, entstehen kann. Nebst der Analyse der aktuellen Praxis in den Rückkehrzentren beschäftigt sich die Forschungsarbeit mit Fragen nach Optimierungs- und Handlungsbedarf. Zur Beantwortung dieser Fragen wurden problemzentrierte Interviews mit öffentlichen und freiwilligen Trägern in diesem Feld durchgeführt.
Die Forschungsergebnisse verbunden mit den theoretischen Erkenntnissen zeigen deutlich den dringenden Handlungsbedarf auf: Die minimal bemessenen Leistungen, die mangelnde soziale Teilhabe und die fehlenden Beschäftigungsangebote führen bei den Betroffenen häufig zu einer hohen psychischen Belastung und sind aus fachlicher Sicht besonders bei Langzeitbeziehenden und Kindern kritisch zu beurteilen. Gleichzeitig wird die zentrale Rolle freiwilliger Akteure ersichtlich, welche ein unverzichtbares Engagement in der Unterstützung von abgewiesenen Asylsuchenden leisten.
Die Arbeit richtet sich an Fachpersonen der Sozialen Arbeit, die im Kontext der Nothilfe tätig sind und plädiert für menschenwürdigere Lebensbedingungen sowie alternative Auflagen für Menschen, die unter keinen Umständen in ihr Herkunftsland zurückkehren.