Suchtgefahr: Selbstmedikation von ADHS durch Substanzmissbrauch

Erklärungsansätze und Handlungsempfehlungen für die Soziale Arbeit im stationären Kontext

In der vorliegenden Literaturarbeit widmet sich Eliane Küng der Frage, welcher sozialpädagogische Umgang im stationären Kontext förderlich für Menschen mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist, die Substanzmissbrauch zur Selbstmedikation betreiben. Die Beantwortung basiert auf einer Vereinigung bereits bestehender Erklärungsansätze und Methoden der Bereiche «ADHS» und «Substanzmissbrauch/ Sucht» und aktueller Fachliteratur. Studien zeigen, dass Betroffene von ADHS häufig zu Substanzen greifen, um belastende Symptome zu lindern, was das Risiko einer Suchterkrankung deutlich erhöht. Diese Form der Selbstmedikation verstärkt oftmals den Leidensdruck, da ADHS und Suchterkrankungen sich wechselseitig beeinflussen und verschärfen können. Das komplexe Zusammenspiel der beiden Störungsbilder erhöht das Risiko für problematischen Konsum. Menschen mit ADHS und paralleler Suchtthematik weisen häufig einen negativen Störungsverlauf auf und die Entwicklung alternativer Copingstrategien stellt eine Herausforderung dar. Insbesondere in sozialpädagogischen Settings fehlen bislang spezifische Konzepte, die den besonderen Bedürfnissen dieser Klientel gerecht werden. Der Mangel an abgestimmten, integrativen Begleitansätzen verstärkt die Gefahr einer Chronifizierung destruktiver Verhaltensweisen. Die Autorin empfiehlt multimodale Ansätze, die individuell auf die Klientel mit einer Doppeldiagnose abgestimmt sind. Sozialpädagogik im stationären Bereich sollte darauf ausgerichtet sein, individuelle Bedürfnisse wahrzunehmen und fachliche Handlungsempfehlungen zu entwickeln, um langfristig suchtfreie Lebenswege fördern zu können.

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Eliane Küng
Suchtgefahr - Selbstmedikation von ADHS durch Substanzmissbrauch
Erklärungsansätze und Handlungsempfehlungen für die Soziale Arbeit im stationären Kontext
Bachelor-Thesis
11.08.2025