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Systemische Beratung mit traumatisierten Menschen in der öffentlichen Sozialhilfe

Sicherheit und Stabilität trotz Zwangskontext

In der öffentlichen Sozialhilfe werden unter anderem Menschen unterstützt, welche in
ihrer Vergangenheit traumatische Ereignisse erlebt haben und nach wie vor an deren
Folgen leiden. Für die Sozialarbeitenden kann das Verhalten von traumatisierten
Klientinnen und Klienten eine Herausforderung darstellen. Insbesondere aufgrund des
Zwangskontextes, welcher durch Unfreiwilligkeit, Kontrolle, Macht und Widerstand
gekennzeichnet ist, können bei traumatisierten Menschen Reaktionen ausgelöst
werden, welche die Zusammenarbeit erschweren.
In der vorliegenden Masterarbeit wird untersucht, welche Faktoren in der Beratung von
traumatisierten Menschen im Zwangskontext der öffentlichen Sozialhilfe berücksichtigt
werden müssen, um einen sicheren und stabilisierenden Beratungsrahmen
aufzubauen.
Dazu wird zuerst auf das Thema Trauma eingegangen und es wird erklärt, was unter
einem Trauma verstanden wird und welche Folgen nach einer Traumatisierung
bestehen können. In einem zweiten Schritt wird die systemische Sichtweise
beigezogen und es wird dargestellt, wie ein Trauma in der Systemischen Beratung
verstanden wird. Dabei wird ein Paradigmenwechsel ersichtlich, da die Systemische
Beratung bei einer Traumatisierung nicht von einer individuellen Störung ausgeht,
sondern den gesamten Kontext einbezieht. Weiter wird davon ausgegangen, dass die
Folgen einer Traumatisierung wie zum Beispiel Vermeidung, Übererregung oder das
Wiedererleben als Lösungs- und Überlebensstrategie dienen und die traumatisierten
Klientinnen und Klienten nicht nur krank und behandlungsbedürftig sind, sondern vor
allem auch als autonome Expertinnen und Experten der eigenen Genesung fungieren.
Anschliessend wird auf den Zwangskontext eingegangen. Dabei wird einerseits das
Spannungsfeld von Trauma und Zwangskontext erläutert, andererseits wird auch auf
die Chancen des Zwangskontextes bei traumatisierten Menschen aufmerksam
gemacht. Damit diese Chancen genutzt werden können, benötigt es insbesondere eine
gründliche Auseinandersetzung mit der Kontrollfunktion sowie der Machtposition der
Sozialarbeitenden im Zwangskontext.
Schliesslich wird aufgezeigt, welche systemischen Methoden und Techniken angewendet werden können um trotz Zwangskontext einen sicheren und stabilisierenden Beratungsrahmen zu schaffen. Hierbei zeigt sich, dass bei traumatisierten Menschen neben Empathie und Wertschätzung vor allem die Förderung von Sicherheit und Stabilität, der Beziehungsaufbau, die Auftragsklärung sowie die Ressourcenarbeit entscheidend sind.

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Patricia Leu
Systemische Beratung mit traumatisierten Menschen in der öffentlichen Sozialhilfe
Sicherheit und Stabilität trotz Zwangskontext
Masterarbeit (MAS)
71 Seiten
20.08.2019
10.26038/327487