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Umgang mit Kindern von Eltern mit substanzgebundenen Abhängigkeitserkrankungen aus der Sicht der Sozialen Arbeit

Manifestiert sich eine Abhängigkeitserkrankung bei einer Person, so ist davon auch das soziale Umfeld betroffen. Dabei wird von «Co-Abhängigkeit» gesprochen. Für Kinder von Eltern mit substanzgebundenen Abhängigkeitserkrankungen ergeben sich daraus verschiedenste Schwierigkeiten. So wachsen sie in einem unsicheren, unbeständigen Umfeld auf. Sie müssen lernen, sich der schwierigen familiären Situation anzupassen. Zumeist geht damit einher, dass sie verschiedenste Aufgaben der Eltern übernehmen. Es findet eine sogenannte Parentifizierung statt. Weiter werden Probleme innerhalb der Familie nicht nach aussen getragen, weil eine Regel des Schweigens gilt. Für die Kinder ergibt sich daneben das erhöhte Risiko einer ungesunden Entwicklung. Die Wahrscheinlichkeit, selbst an einer Abhängigkeit zu erkranken, ist bei ihnen viel grösser. Weil Kindern suchtbelasteter Familien zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird, werden sie im Rahmen dieser Arbeit ins Zentrum gestellt. Die Fragestellung lautet somit: Wie können Sozialarbeitende mit Kindern von Eltern mit einer substanzgebundenen Abhängigkeitserkrankung umgehen und wo liegen die Grenzen und Chancen der angewandten Methoden? Im empirischen Teil der Arbeit wurden Leitfadeninterviews mit Sozialarbeiterinnen aus der Praxis sowie mit einer Psychologin geführt. In den Antworten zu den angewandten Methoden wurde die Netzwerkarbeit von den fünf Sozialarbeiterinnen angesprochen. Die systemische Arbeit und eine offene Kommunikation wurden in vier Interviews betont. Drei Befragte benannten die Beziehungsarbeit als wichtige Basis für die Zusammenarbeit mit diesen Kindern. Bei der Frage nach den Lücken der Sozialen Arbeit wurde in vier Interviews von Schulung der Fachpersonen gesprochen. Diese seien noch viel zu wenig auf das Thema sensibilisiert. Das Thema wird allgemein immer wieder als Tabuthema eingestuft. Daneben wurde in zwei Interviews ein Verbesserungspotential innerhalb der Netzwerkarbeit angesprochen. Als Fazit der Arbeit kann bestätigt werden, dass die Thematik noch immer ein Tabu ist. Es ist dringend nötig, dass soziale Institutionen mehr Sensibilisierungsarbeit zu dieser Thematik leisten. Viele der von den Befragten genannten Methoden, wie beispielsweise die Regel des Schweigens oder Parentifizierung, sind auch in der Theorie erkennbar. Aus der Sicht der Sozialen Arbeit muss mehr Fokus auf diese Kinder gesetzt werden. Das beginnt bereits in der Hochschulbildung. Ebenso muss sie niederschwellige Angebote für diese Kinder kreieren, damit diese den Zugang zu Hilfe finden können. Weiter muss eine Koordination zwischen verschiedenen Fachstellen erfolgen, damit Informationen reibungslos fliessen. Es stellt sich weiterführend die Frage, wie solche Angebote gebildet werden können und inwiefern diese die suchtbelasteten Familien erreichen können.

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Fabienne Erzer, Gayathiri Durairaj
Umgang mit Kindern von Eltern mit substanzgebundenen Abhängigkeitserkrankungen aus der Sicht der Sozialen Arbeit
Bachelor-Thesis
87 Seiten
05.2021
10.26038/327942