Unsichtbar wohnungslos
Wohnungslosigkeit von Frauen in der Schweiz und Handlungsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit
Die Bachelorarbeit von Salome Schürmann mit dem Titel «Unsichtbar wohnungslos - Wohnungslosigkeit von Frauen in der Schweiz und Handlungsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit» untersucht, wie Frauen Wohnungslosigkeit in der Schweiz erleben, welche gesellschaftlichen und strukturellen Faktoren ihre Situation prägen und welche Handlungsmöglichkeiten sich daraus für die Soziale Arbeit ableiten lassen. Grundlage bilden theoretische und fachliche Erkenntnisse sowie fünf biografisch-narrative Interviews mit wohnungslosen Frauen aus zwei Städten der Deutschschweiz. Die Ergebnisse zeigen, dass Wohnungslosigkeit bei den befragten Frauen häufig zunächst verdeckt verlief und je nach Lebenslage durch unterschiedliche Faktoren geprägt war. Dazu zählen häusliche Gewalt, ungleich verteilte Care-Arbeit, finanzielle Einschränkungen, psychische Belastungen und Suchterkrankungen. Eine intersektionale Betrachtung verdeutlicht zudem, wie verschiedene Ungleichheitsverhältnisse zusammenwirken und den Zugang der Frauen zu Wohnraum, Erwerbsarbeit, Unterstützungsangeboten und gesellschaftlicher Anerkennung einschränken. Für die Soziale Arbeit ergeben sich daraus Handlungsempfehlungen auf individueller, institutioneller und struktureller Ebene. Zentral sind Schutz und Stabilisierung, niederschwellige und frauenspezifische Angebote, akzeptanzorientierte Suchthilfe, langfristige Wohnperspektiven sowie Massnahmen zur Verbesserung der Wohnraumversorgung, zur Gleichstellung der Geschlechter und zur Gewaltprävention.