Vertrauen aufbauen, Wunden heilen: Traumapädagogische Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden
Ein interkantonaler Vergleich verschiedener Asylzentren
Traumapädagogik ist ein relativ neues Fachgebiet, welches auf aktuellen Erkenntnissen der Psychotraumatologie und anderen verwandten Disziplinen basiert. Unbegleitete minderjährige Asylsuchende (UMA), welche teilweise traumatische Erfahrungen gemacht haben, sollen durch Ansätze der Traumapädagogik entsprechend begleitet werden. Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, wie sich Asylzentren im interkantonalen Vergleich auszeichnen und wie diese Traumapädagogik im Arbeitsalltag umsetzen.
Im Rahmen einer qualitativen Forschung wurden vier Expert*innen aus Asylzentren in drei verschiedenen Kantonen befragt. Die Auswertung der Interviews erfolgte mithilfe der inhaltlich strukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz. Unterstützend für die Auswertung wurde die Software MAXQDA genutzt.
Die Forschungsergebnisse zeigen, dass Traumapädagogik in den befragten Asylzentren grundsätzlich thematisiert wird, jedoch in der praktischen Umsetzung auf erhebliche Hürden stösst. Für eine professionelle Umsetzung von Traumapädagogik sind bedarfsgerechte strukturelle Rahmenbedingungen, entsprechend ausgebildetes Fachpersonal sowie eine gesellschaftspolitische Sensibilisierung unabdingbar. Nur unter diesen Voraussetzungen können die Professionalität gewährleistet und die Entwicklung sowie das Wohl von unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden nachhaltig gesichert werden.