Von hierarchischer Führung zu rollenbasierter Selbstorganisation

Organisationsentwicklung im Kontext der ambulanten Sozialarbeit am Beispiel des Vereins Kontext Mensch

Veränderungen in der Arbeitswelt wie der demographische Wandel, die Digitalisierung und neue Technologien stellen Unternehmen heutzutage vor Herausforderungen. Gleichzeitig verändert sich das Verhältnis zu und das Verständnis von Arbeit. Diese Herausforderungen erfordern neue Arbeitsmodelle. Dabei geht es um die Frage, welche Organisationsform sich für welche Teams, Aufgaben und Märkte eignen. Selbstorganisation bildet eine Zukunftsvision der Arbeitswelt. Es vollzieht sich ein Paradigmenwechsel. Hierarchische Strukturen werden zunehmend abgelöst durch Strukturen und Prozesse, die im Kern auf dem Konzept der Selbstorganisation sowie Selbstverantwortung beruhen. In der vorliegenden Arbeit wird der Frage nachgegangen, ob rollenbasierte Selbstorganisation Mitarbeitende auf allen Ebenen zu mehr Mitwirkung befähigen, die Diversität erhöhen und zu mehr Klarheit und Transparenz führen kann. Damit die Frage beantwortet werden kann, findet eine theoretische Auseinandersetzung mit verschiedenen Modellen von Selbstorganisation statt. Die Theorie aus der Literatur zu Selbstorganisation wird mit systemischen Aspekten ergänzt. Zwischen den beiden Konzepten bestehen Parallelen, beispielsweise in der Haltung. Die Arbeit legt dar, welche Besonderheiten selbstorganisierte Unternehmen auszeichnen und wie sich die Anliegen und Werte solcher Organisationen auf die persönliche und fachliche Entwicklung der Mitarbeitenden auswirken. Die verschiedenen theoretischen Aspekte werden an einem Beispiel aus der Praxis anhand des Vereins Kontext Mensch in Bezug gestellt. Kontext Mensch strebt mehr Selbstorganisation an mit dem Ziel, die Verantwortung, die aktuell grösstenteils bei den Gründern liegt, breiter zu verteilen und die Diversität in der Organisation zu erhöhen. Im Rahmen dieser Arbeit wird ein Leitfaden zur Rollenwahl im Rahmen der Organisationsentwicklung von Kontext Mensch entwickelt. Die Arbeit zeigt auf, dass Selbstorganisation nicht nur mit einer Anpassung der äusseren Rahmenbedingungen verbunden ist. Es braucht einen Kulturwandel, damit sie gelingen kann. Werte und der Sinn der Arbeit sind dabei zentrale Elemente. Dabei kann eine Überschneidung von zentralen Aspekten der Theorien von Selbstorganisation und Systemischer Beratung festgestellt werden.

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Lisa Kaiser
Von hierarchischer Führung zu rollenbasierter Selbstorganisation
Organisationsentwicklung im Kontext der ambulanten Sozialarbeit am Beispiel des Vereins Kontext Mensch
Masterarbeit (MAS)
65 Seiten
05.04.2023
10.26038/979992