Warum Soziale Arbeit?
Eine qualitative Untersuchung zur Reflexion beruflicher Motive von Sozialarbeitenden
Berufsmotive in der Sozialen Arbeit werden häufig mit dem Wunsch verbunden, Menschen zu helfen. Offen bleibt, welche biografischen Erfahrungen und beruflichen Vorstellungen mit der Berufswahl verbunden sind und inwiefern es sich um spezifische Motive für die Soziale Arbeit oder um allgemeine Vorstellungen einer passenden Erwerbsarbeit handelt. Diese Bachelorarbeit untersucht deshalb, wie Fachpersonen der Sozialen Arbeit ihre expliziten und impliziten Berufsmotive im Zusammenhang mit ihrer beruflichen Praxis reflektieren. Dazu wurden drei narrative Interviews mit Quereinsteiger:innen aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern geführt und mittels inhaltlich strukturierender qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen drei Motivmuster: die Suche nach einer anschlussfähigen beruflichen Alternative, den Wunsch nach menschlicher Nähe sowie persönliche Passung und Autonomie. Während die menschliche Nähe unmittelbar mit der Sozialen Arbeit verbunden ist, verweisen die beiden anderen Muster eher auf allgemeine Vorstellungen einer passenden und sinnvollen Erwerbsarbeit. Diese werden teilweise mit der Vielfalt der Sozialen Arbeit, der Arbeit mit Menschen und der Möglichkeit verbunden, eigene Interessen einzubringen. Besonders die berufliche Neuorientierung zeigt, dass die Hinwendung zur Sozialen Arbeit häufig aus der Abwendung von einem als unpassend erlebten Erstberuf entsteht. Beim Motiv des Helfens zeigt sich eine zeitliche Neubewertung: Es wird im Rückblick mit Unterstützung, Begleitung, Eigenverantwortung und den Grenzen des eigenen Einflusses verbunden. Insgesamt wird deutlich, dass sich allgemeine Ansprüche an eine passende Erwerbsarbeit mit berufsfeldbezogenen Vorstellungen und biografischen Erfahrungen verschränken.