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Was die Schulsozialarbeit gegen Mobbing an Schulen machen kann

Ein wissenschaftlicher Beitrag zur Rolle der Schulsozialarbeit in der Antimobbingarbeit

Der Bildungsauftrag der Schule hat sich in den letzten dreissig Jahren verändert und erweitert. Immer mehr ist die Schule auch für die psychosoziale Erziehung und Entwicklung der Kinder und Jugendlichen zuständig. Ein komplexes Phänomen, welches eine gesunde psychosoziale Entwicklung der Schülerinnen und Schüler gefährdet, stellt dabei Mobbing dar. Das Verringern, Unterbinden, und Verhindern dieser vielschichtigen Form von Gewalt ist eine herausfordernde Aufgabe für die Fachpersonen an den Schulen. Die Schulsozialarbeit kann hier mit ihrem ergänzenden Angebot Unterstützung bieten und somit bei einer nachhaltigen Antimobbingarbeit mitwirken. Dies erscheint auch als notwendig, da Mobbing an Schweizer Schulen eine verbreitete Problematik darstellt. In der Fachliteratur zu Mobbing wird die Schulsozialarbeit jedoch grösstenteils vernachlässigt. In dieser Arbeit wird deshalb anhand einer Sekundärforschung der Fragestellung «Wie kann die Schulsozialarbeit anhand ihres Auftrages und in Kooperation mit der Schule Antimobbingarbeit leisten» nachgegangen. Um die gestellte Frage zu klären, wurde in der Arbeit zunächst ein theoretisches Fundament zum Phänomen Mobbing an Schulen und mögliche Massnahmen zur Bekämpfung erarbeitet. In einem nächsten Schritt wurden Auftrag und Funktion der Schule sowie der Schulsozialarbeit geklärt, um daraus schliesslich Kompetenzbereiche und konkrete Aufgaben der Schulsozialarbeit in der Antimobbingarbeit abzuleiten. Durch das Verknüpfen von Handlungsformen und -ebenen von Mobbingmassnahmen an Schulen mit den zentralen Funktionen der Schulsozialarbeit (Früherkennung, Prävention, Behandlung) konnten verschiedene Kernaufgaben der Schulsozialarbeit herauskristallisiert werden. Als zentrale Elemente der Früherkennung stellten sich das Sensibilisieren sowie das Einbringen von weiteren Perspektiven auf die Problematik heraus. Die Erarbeitung eines Konzeptes gegen Mobbing und die Stärkung der Selbst- und Sozialkompetenzen der Lernenden konnten als wirksame Massnahmen der Prävention festgemacht werden. In der behandelnden Funktion von Schulsozialarbeit zeigten sich die Triage, die Beratung sowie die Durchführung von Interventionsprogrammen in akuten Mobbingsituationen als zentrale Aufgaben. Des Weiteren liessen die Ergebnisse erkennen, dass nachhaltige Antimobbingarbeit eine funktionierende interdisziplinäre Zusammenarbeit voraussetzt. Für die Profession der Sozialen Arbeit bedeutet dies, dass ein Bedarf besteht, die Position und Perspektive der Schulsozialarbeit im interdisziplinären Kontext vermehrt mit einzubeziehen und zu begründen. Neben einer nachhaltigeren Antimobbingarbeit könnte dies auch die Vereinheitlichung des Arbeitsfeldes begünstigen. 

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Joschua Ineichen, Matthias Gerber
Was die Schulsozialarbeit gegen Mobbing an Schulen machen kann
Ein wissenschaftlicher Beitrag zur Rolle der Schulsozialarbeit in der Antimobbingarbeit
Bachelor-Thesis
119 Seiten
11.2021