Wer hat Zugang?
Machtverhältnisse, Zugangsbarrieren und Aushandlungsprozesse in urbanen Zwischennutzungen - Möglichkeiten und Grenzen der Soziokulturellen Animation
Zwischennutzungen schaffen Räume für vielfältige Nutzungen, Begegnungen, Teilhabe und Mitgestaltung. Gleichzeitig stellt sich die Frage, für wen solche Räume tatsächlich zugänglich sind und welche Bedingungen den Zugang und die Beteiligung beeinflussen. Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht mögliche Zugangsbarrieren sowie räumliche Aushandlungsprozesse in Zwischennutzungen der Stadt Zürich und deren Bedeutung für die professionelle Praxis der Soziokulturellen Animation. Den theoretischen Bezugsrahmen bilden raumsoziologische, ungleichheits- und habitustheoretische sowie sozialräumliche und professionsbezogene Perspektiven. Die empirische Untersuchung basiert auf einem qualitativen Forschungsdesign und verbindet ein leitfadengestütztes Expert*inneninterview mit einer Fachperson der Raumbörse Zürich mit einer qualitativen Dokumentenanalyse. Durch diese Methodentriangulation konnten professionelle Einschätzungen durch institutionelle und praxisbezogene Vorgaben ergänzt und eingeordnet werden. Die Ergebnisse zeigen, dass Zugänglichkeit nicht allein durch formale Offenheit bestimmt wird. Neben Vergabekriterien und baulich-physischen Bedingungen können auch Raumatmosphären, habituelle Voraussetzungen sowie unterschiedliche Wahrnehmungen und Deutungen von Zwischennutzungen den Zugang beeinflussen. Räumliche Aushandlungsprozesse prägen zudem die Möglichkeiten zur Teilhabe und Mitgestaltung. Für die Soziokulturelle Animation ergibt sich daraus, Zugänglichkeit als fortlaufende sozialräumliche Gestaltungsaufgabe zu verstehen und dabei Ein- und Ausschlussprozesse sowie die Grenzen professioneller Einflussmöglichkeiten kontinuierlich zu reflektieren.