Wohnen am Rand der Möglichkeiten

Herausforderungen und Handlungsspielräume für Berufsbeiständ:innen

Diese Bachelorarbeit befasst sich mit der Rolle von Berufsbeiständ:innen in der Unterstützung armutsbetroffener Menschen im Bereich Wohnen – exemplarisch am Beispiel des Kantons Glarus. Der zunehmende Mangel an bezahlbarem Wohnraum trifft armutsbetroffene Personen besonders hart. Die Wohnungssuche ist durch administrative Vorgaben, soziale Stigmatisierung und strukturelle Diskriminierung zusätzlich erschwert.

Berufsbeiständ:innen sehen sich dadurch im Spannungsfeld, zwischen individuellen Bedürfnissen, gesellschaftlichen Erwartungen und begrenzten Ressourcen. Die Arbeit untersucht, wie sich strukturelle, rechtliche und ökonomische Rahmenbedingungen auf das professionelle Handeln auswirken. Theoretisch wird der Capabilities Approach nach Martha Nussbaum herangezogen, der verdeutlicht, dass Wohnen mehr als ein Dach über dem Kopf ist – es ist eine Voraussetzung für Teilhabe, Selbstbestimmung und Leben in Würde.

Die Arbeit legt dar, wie strukturelle Ungleichheit zu professionellen Dilemmata führt und wie diese aus sozialarbeiterischer Perspektive bearbeitet werden können. Sie entwickelt praxisnahe Handlungsmöglichkeiten im Rahmen der Berufsbeistandschaft sowie sozialpolitische Forderungen auf kantonaler und nationaler Ebene. Ziel ist es, die sozialarbeiterische Handlungsfähigkeit im Umgang mit Wohnarmut zu stärken und Impulse für eine gerechtere Wohnraumpolitik zu setzen.

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Larissa Reifler
Wohnen am Rand der Möglichkeiten
Herausforderungen und Handlungsspielräume für Berufsbeiständ:innen
Bachelor-Thesis
11.08.2025