Zwischen Anspruch und Realität: Ressourcenmangel und strukturelle Spannungsfelder in der Schulsozialarbeit
Folgen für professionelle Standards und das Berufsethos der Sozialen Arbeit
In der Bachelorarbeit «Zwischen Anspruch und Realität: Ressourcenmangel und strukturelle Spannungsfelder in der Schulsozialarbeit. Folgen für professionelle Standards und das Berufsethos der Sozialen Arbeit» untersucht Balthasar Fischer, inwiefern struktureller Ressourcenmangel in der Schulsozialarbeit (SSA) die fachliche Auftragseinlösung sowie die Umsetzung professioneller Standards und berufsethischer Ansprüche beeinträchtigt. Ausgehend von der heterogenen Ausgestaltung der SSA in der Schweiz fokussiert die Arbeit auf die kantonalen Rahmenbedingungen im Kanton Zürich gemäss § 19 KJHG und bezieht die Stadt Zürich als kommunales Umsetzungsbeispiel ein. Methodisch handelt es sich um eine Fachliteraturarbeit auf Grundlage einer gezielten Literaturrecherche und der analytisch-synthetischen Auswertung wissenschaftlicher Publikationen, Evaluationsberichte und konzeptioneller Grundlagen. Herausgearbeitet werden Erscheinungsformen, strukturelle, institutionelle und organisationale Ursachen sowie daraus resultierende Spannungsfelder im professionellen Alltag. Die Analyse zeigt, dass knappe Ressourcen zu Priorisierungen und einer Triage-Logik führen, wodurch der fachliche Gesamtauftrag der SSA nicht mehr vollständig eingelöst werden kann. Zentrale professionelle Standards wie Niederschwelligkeit, Kontinuität, Kooperation und Zugangsgerechtigkeit geraten dadurch unter Druck. Ressourcenmangel erweist sich folglich nicht nur als organisatorische Schwierigkeit, sondern als strukturelle und professionsethische Herausforderung, die das professionelle Selbstverständnis und die Bindung an das Berufsethos der Sozialen Arbeit vor grundlegende Dilemmata stellt.