Zwischen lebensweltlicher Aberkennung und rechtlicher Anerkennung

Professionelles Handeln der Sozialen Arbeit im Stiefkindadoptionsverfahren von Regenbogenfamilien

Diese Bachelorarbeit untersucht, über welche Kompetenzen die Soziale Arbeit im Rahmen der Stiefkindadoption verfügen muss, um Regenbogenfamilien lebensweltorientiert im Prozess zu unterstützen. Sie bewegt sich dabei in einem Spannungsfeld zwischen lebensweltlicher Aberkennung und rechtlicher Anerkennung von Familienrealitäten.

Theoretische Grundlage bilden die Lebensweltorientierung nach Thiersch sowie Konzepte zu Heteronormativität, Macht und Diskriminierung. Analysiert werden rechtliche Rahmenbedingungen, kantonale Unterschiede im Verfahren und Studien, um die Lebenswelten von Regenbogenfamilien zu beleuchten. Die Ergebnisse zeigen, dass die Stiefkindadoption vor allem der nachträglichen rechtlichen Absicherung bereits gelebter Elternschaft dient. Die hierfür erforderliche vertiefte Sozialabklärung, die teils durch Fachpersonen der Sozialen Arbeit erfolgt, wird von den betroffenen Familien häufig als diskriminierend erlebt.

Die Analyse verdeutlicht, inwiefern die Soziale Arbeit sowohl strukturell als auch interaktional zur Reproduktion von Heteronormativität beitragen kann. Daraus leitet sich die Notwendigkeit einer kritischen Sozialen Arbeit ab, die spezifische Kompetenzen und diskriminierungskritische Haltungen fördert, um Regenbogenfamilien auf der Mikro-, Meso- und Makroebene sensibel zu begleiten. Abschliessend formuliert die Arbeit Implikationen für Fachpersonen und Behörden, um diskriminierungssensible Unterstützungsstrukturen im Stiefkindadoptionsverfahren zu etablieren und soziale Gerechtigkeit für Regenbogenfamilien zu fördern.

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Michèle Schuler
Zwischen lebensweltlicher Aberkennung und rechtlicher Anerkennung
Professionelles Handeln der Sozialen Arbeit im Stiefkindadoptionsverfahren von Regenbogenfamilien
Bachelor-Thesis
11.08.2025