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Die Stärkung des Sozialen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie durch die Soziale Arbeit

Die vorliegende Arbeit setzt sich mit der sozialen Dimension in einem bio-psycho-sozialen Verständnis in Kinder- und Jugendpsychiatrien auseinander. Die Frage nach der sozialen Dimension in diesem Arbeitsfeld ist von besonderem Interesse, da der Zusammenhang zwischen einer psychischen Erkrankung von Kindern und Jugendlichen und sozialen Problemlagen wissenschaftlich belegt ist und demzufolge in den Blick zu nehmen ist. Die multifaktorielle Verursachung einer psychischen Erkrankung bedingt die Berücksichtigung der biologischen, psychologischen und sozialen Faktoren. Während eines stationären Aufenthaltes soll deshalb die Lebenssituation von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien ganzheitlich erfasst sowie alle Dimensionen einer psychischen Erkrankung bearbeitet werden. Die soziale Dimension wird heute nach Ansicht der Autorinnen nicht genügend erfasst. Daher soll folgende Frage bearbeitet werden:

“Wie kann die soziale Dimension in der stationären Kinder- und Jugendpsychiatrie in einem bio-psycho-sozialen Verständnis durch die Soziale Arbeit gestärkt werden und welche Empfehlungen lassen sich für eine Praxis ableiten?“.

Die Beantwortung der Fragestellung erfolgt mittels theoretischen Zugangs. Einleitend wird die Kinder- und Jugendpsychiatrie als Institution aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und die Versorgungssituation in der Schweiz aufgezeigt. Aufbauend wird das bio-psycho-soziale Krankheits- und Gesundheitsmodell, an welchem sich Kinder- und Jugendpsychiatrien orientieren, dargelegt und der Zusammenhang einer psychischen Erkrankung von Kindern und Jugendlichen zu den einzelnen Dimensionen hergeleitet. Die soziale Dimension wird aufgrund der Bedeutung für die Fragestellung eingehend bearbeitet und deren vielfältigen Faktoren dargelegt. Schliesslich stützen Theorien und Konzepte die Bedeutung der sozialen Dimension. Die vorliegende Arbeit konnte die Relevanz der sozialen Dimension einer psychischen Erkrankung herausarbeiten und Auswirkungen auf Kinder, Jugendliche und deren Familien sowie Mängel in der Bearbeitung des Sozialen in Kinder- und Jugendpsychiatrien darlegen. Die gewonnenen Erkenntnisse zeigen auf, wie die Soziale Arbeit die soziale Dimension in Kinder- und Jugendpsychiatrien stärken kann. Zur Verankerung des Sozialen empfehlen die Autorinnen auf der Makro-Ebene eine Überarbeitung der Finanzierung im Gesundheits- und Sozialsystem, auf der Meso-Ebene eine Weiterentwicklung der Ausbildung der Sozialen Arbeit und auf der Mikro-Ebene die Institutionalisierung eines Hausbesuches. Empirische Forschung der sozialen Dimension sowie der Wirkmechanismen von sozialen Interventionen werden als notwendig erachtet, um das Soziale wissenschaftlich fundiert in Kinder- und Jugendpsychiatrien zu festigen. Soziale Arbeit hat die Aufgabe, den Blick auf Kinder, Jugendliche und deren Familien in einem bio-psycho-sozialen Verständnis zu richten und sich für eine Stärkung der sozialen Dimension in Kinder- und Jugendpsychiatrien einzusetzen.

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Priska Bächler, Chantal Nadine Marino
Die Stärkung des Sozialen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie durch die Soziale Arbeit
Bachelor-Thesis
89 Seiten
12.2020
10.26038/226904