Erwerbslosigkeit und Arbeitsintegration in den ersten Arbeitsmarkt

Eine Untersuchung über Beweggründe von Arbeitgebenden bei der Anstellung von Personen ohne berufliche Grundausbildung


Xenia Wolf (Autor)
ISBN-Nr.:
978-3-03796-578-8
Produkttyp:
Elektronisches Buch
Kategorie:
Bachelor-Thesen (BSc)
Seitenzahl:
157
Erscheinungsjahr:
2016
Publikationsdatum:
14.04.2016
Verlag
Edition Soziothek
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Die Erwerbsarbeit nimmt in der heutigen modernen Gesellschaft eine unerlässliche Rolle im Leben von Individuen ein. Wandlungen auf dem Arbeitsmarkt führten jedoch dazu, dass für gewisse Personengruppen der erste Arbeitsmarkt nahezu unerreichbar wird. Die dadurch entstehende Erwerbslosigkeit ist eine soziale und finanzielle Herausforderung. Als grosser Risikofaktor für die Erwerbslosigkeit gilt das Fehlen einer beruflichen Grundausbildung. Anhand der Forschungsfrage, welche Beweggründe Arbeitgebende aus dem ersten Arbeitsmarkt dennoch haben, Personen ohne berufliche Grundausbildung anzustellen, wollen die Autorinnen dem Engagement von Unternehmen nachgehen.

In einem ersten Teil dieser Bachelor-Thesis wird basierend auf theoretischen Grundlagen aus der Literaturrecherche, für ein umfassenderes Verständnis des Forschungsgegenstandes gesorgt. Weiter werden als Ausgangspunkt zum empirischen Teil aktuelle Arbeitsintegrationsbemühungen und Ideen aus der Region Bern vorgestellt. Anhand vier qualitativer Leitfadeninterviews mit Unternehmen aus verschiedenen Arbeitsbereichen wird untersucht, was Erfahrungen, Motive und Bedürfnisse hinsichtlich der Anstellung von Personen ohne berufliche Grundausbildung sind.

Aus den Ergebnissen der Interviews können vor allem drei Beweggründe festgestellt werden. Nebst dem bescheidenen Grund, dass Personen ohne berufliche Grundausbildung angestellt werden, weil sich ausgebildete Personen nicht für die eher niederschwelligen Arbeitsbereiche bewerben, stellt auch die Übernahme von sozialer Verantwortung für die Unternehmen ein Motiv dar. Des Weiteren ergeben sich finanzielle Beweggründe, weil Personen ohne berufliche Grundausbildung günstige Arbeitskräfte sind. Zudem resultiert sich aus den Interviews, dass die Zusammenarbeit mit Vermittlungsstellen für Unternehmen ein Bedürfnis darstellt. Aus der Beantwortung der Forschungsfrage und dem Rückschluss auf theoretisch erarbeiteten Grundlagen, wird durch die Autorinnen die Empfehlung abgegeben, dass mehr Vermittlungsstellen geschaffen werden sollen. Durch Vermittlungsstellen könnten die verschiedenen Beweggründe von Arbeitgebenden berücksichtigt werden und gleichzeitig würde die Wirtschaft weiter aktiv in die Arbeitsintegration miteinbezogen. Jedoch lässt sich das Problem in Bezug auf zu wenige Stellen für Personen ohne berufliche Grundausbildung auf dem freien Arbeitsmarkt nicht alleine durch Vermittlungsstellen lösen. Da die Profession der Sozialen Arbeit als Scharnierfunktion zwischen den Personen ohne berufliche Grundausbildung, den Institutionen für Arbeitsintegrationsmassnahmen und der freien Marktwirtschaft steht, ist es ihre Aufgabe, sich auch für alternative arbeitsmarktpolitische Entwicklungen einzusetzen. Für weiterführende Forschungen bieten sich verwandte Themen wie die Arbeitszeitverkürzung und Massnahmen zur Stärkung der Bildung an.
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