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Fremdplatzierung in Pflegefamilien

Herausforderung Indikation

Wurde die Entscheidung getroffen, dass ein Kind fremdplatziert wird, stellt sich für zuweisende Fachpersonen die Frage, ob ein Heim oder eine Pflegefamilie geeignet ist. Um dies herauszufinden, orientieren sich Fachpersonen mehrheitlich an eigenen Erfahrungen und an denjenigen ihres Teams. Ebenfalls einen hohen Stellenwert haben Gespräche mit der betroffenen Familie und weiteren involvierten Fachpersonen. Diesem Vorgehen gegenüber steht, dass sich durch eine standardisierte Vorgehensweise die Zuweisungsqualität verbessert. Es werden weniger Pflegeverhältnisse abgebrochen. Die vorliegende Bachelorarbeit beschäftigt sich mit der Frage: “Wann ist die Indikation für die Zuweisung von Kindern in eine Pflegefamilie gegeben?” Indikation meint die als notwendig und geeignet beurteilte Hilfe. Die Erkenntnisse werden in einer Liste zusammengefasst, welche Fachpersonen im Zuweisungsprozess als Orientierungshilfe dienen kann.

Um die Forschungsfrage zu beantworten, wurden anhand eines Leitfadens neun qualitative Interviews durchgeführt. Sowohl mit fünf Fachpersonen, welche unterschiedliche Rollen im Zuweisungsprozess haben, wie auch mit zwei Pflegemüttern und zwei ehemaligen Pflegekindern. Es wurde ersichtlich, dass Pflegefamilien für viele Kinder geeignet sind und die föderalistischen Strukturen der Schweiz das komplexe Pflegekinderwesen zusätzlich verkomplizieren. Ausserdem zeigte sich die Wichtigkeit guter Begleitung, welche die Tragfähigkeit von Pflegefamilien erhöht.

Aufgrund dieser Ergebnisse kann vermutet werden, dass eine Vereinheitlichung des Pflegekinderwesens und die Finanzierung qualitativ hochwertiger Begleitung mehr gelingende Pflegeverhältnisse ermöglichen würde.

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Isabel Güttinger, Nadia Guidon
Fremdplatzierung in Pflegefamilien
Herausforderung Indikation
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15.08.2020