Nothing about us without us

eine quantitative Untersuchung zu möglichen Auswirkungen eines Sexkaufverbots auf Sexarbeitende in der Schweiz

Diese Masterthesis befasst sich mit den Perspektiven von Sexarbeitenden in der Schweiz im Hinblick auf ein potenzielles Sexkaufverbot nach Nordischem Modell und den möglichen Auswirkungen einer solchen Gesetzesänderung. Im Zentrum stehen die Wahrnehmungen derjenigen, die von einem Sexkaufverbot am unmittelbarsten betroffen wären: die Sexarbeitenden selbst. Ziel der Arbeit ist es, quantitativ zu erfassen, welche Veränderungen die Sexarbeitenden in den Bereichen Emotionen, Verhalten, Sicherheit, Einkommen und Gewalt erwarten und welche Einflussfaktoren diese Wahrnehmungen prägen. Die Erhebung basiert auf einer standardisierten Online-Befragung von Sexarbeitenden in der Schweiz. Der Feldzugang erfolgte über Beratungsstellen, die als Gatekeeper eine vertrauensvolle Kontaktaufnahme ermöglichten. Die Daten wurden quantitativ mittels deskriptiver und multivariater Analysen ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Ablehnung eines Sexkaufverbots: 70.6% der Befragten sprechen sich dagegen aus, nur 16.1% befürworten es. Negative Emotionen wie Empörung, Sorge und Angst dominieren, und zugleich werden erhebliche Risiken erwartet, insbesondere Einkommenseinbussen (74.4%), ein sinkendes Sicherheitsgefühl (58.2%) sowie eine Zunahme von Gewalt (46.6%). Die Arbeit verdeutlicht, dass Sexarbeit ein heterogenes Feld ist, geprägt von vielfältigen Lebensrealitäten. Ein Perspektivenwechsel hin zur Anerkennung von Sexarbeit als Erwerbstätigkeit und zur aktiven Einbindung der Betroffenen in politische Entscheidungsprozesse ist zentral, um Schutz, Selbstbestimmung und soziale Teilhabe gleichermassen zu gewährleisten.

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Virginia Beljean
Nothing about us without us
eine quantitative Untersuchung zu möglichen Auswirkungen eines Sexkaufverbots auf Sexarbeitende in der Schweiz
Master-Thesis
137 S.
26.02.2026