Nutzung digitaler Gesundheitsinformationen im Alter

Soziale Ungleichheiten, Barrieren und die Bedeutung von Kompetenzen und sozialer Unterstützung

Ausgangslage und Ziel: Mit der zunehmenden Digitalisierung gewinnt die internetbasierte Gesundheitsinformationssuche an Bedeutung, insbesondere für ältere Personen. Gleichzeitig bestehen jedoch soziale Ungleichheiten und Barrieren, die mit dem Zugang zu und der Nutzung von internetbasierter Gesundheitsinformationssuche einschränken. Ziel dieser Masterthesis war es, die Wechselwirkungen zwischen individuellen Kompetenzen, sozialer Unterstützung und soziodemografischen Faktoren bei der internetbasierten Gesundheitsinformationssuche von Personen ab 60 Jahren in der Schweiz zu untersuchen. Besonderes Augenmerk lag darauf, praxisorientierte Empfehlungen für die Soziale Arbeit abzuleiten.

Methoden: Zur Beantwortung der Fragestellungen wurden die im Rahmen des Forschungsprojekts «Regional Health Promotion in an Age-Friendly Digital World in Switzerland» erhobenen Daten herangezogen. Die Daten wurden im Rahmen einer schweizweiten Umfrage (N = 1’325) unter älteren Personen (60+) erhoben. Der Fragebogen erfasste unter anderem die gesundheitsbezogene Nutzung des Internets sowie relevante Prädiktoren. Die Bedeutung dieser Prädiktoren für die internetbasierte Gesundheitsinformationssuche wurde mittels Chi-Quadrat-Tests und binär logistischer Regressionsanalysen ermittelt.

Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigen unter anderem Zusammenhänge zwischen soziodemografischen Faktoren wie Bildung und Geschlecht, der digitalen Kompetenz sowie dem Vertrauen in Online-Gesundheitsinformationen mit der internetbasierten Gesundheitsinformationssuche. Dagegen lassen sich keine signifikanten Zusammenhänge zwischen der Gesundheitskompetenz sowie der sozialen Unterstützung und der internetbasierten Gesundheitsinformationssuche feststellen, wenn andere Prädiktoren berücksichtigt werden.

Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse verdeutlichen, dass soziale Ungleichheiten den Zugang zu internetbasierter Gesundheitsinformationssuche einschränken. Geeignete Massnahmen zur Förderung der digitalen Kompetenz und des Vertrauens in Online-Gesundheitsinformationen könnten hingegen die digitale Teilhabe älterer Personen verbessern. Die Untersuchung betont die Relevanz der Sozialen Arbeit im Kontext der digitalen Gesundheitsförderung, insbesondere hinsichtlich der Überwindung der identifizierten Barrieren und Ungleichheiten.

Schlüsselwörter: Gesundheitsinformationen im Internet · Barrieren · Digitale Kompetenz · Gesundheitskompetenz · Soziale Arbeit · ältere Personen

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Yves Bachofner
Nutzung digitaler Gesundheitsinformationen im Alter
Soziale Ungleichheiten, Barrieren und die Bedeutung von Kompetenzen und sozialer Unterstützung
Master-Thesis
08.01.2026