Resilienz von Fachpersonen der Klinischen Sozialarbeit
Eine quantitative Forschungsarbeit zu organisationalen Arbeitsbedingungen und Erholungsfähigkeit von Fachpersonen in Spitälern der Deutschschweiz
Fachpersonen der Klinischen Sozialarbeit in Spitälern der Deutschschweiz arbeiten an Schnittstellen zwischen psychosozialen Anliegen, medizinischen Abläufen und organisationalen Vorgaben. In diesem Arbeitsfeld wird untersucht, welche Zusammenhänge zwischen wahrgenommenen organisationalen Arbeitsbedingungen und individueller Resilienz bestehen. In einer quantitativen Querschnittsstudie wurden 95 Fachpersonen mit einem teilstandardisierten Onlinefragebogen befragt. Die Brief Resilience Scale (BRS) erfasste die selbsteingeschätzte Erholungsfähigkeit nach Belastungen. Organisationale Arbeitsbedingungen wurden mit sechs ausgewählten Skalen des Copenhagen Psychosocial Questionnaire (COPSOQ) erhoben. Die Daten wurden deskriptiv und mit Pearson-Korrelationen ausgewertet. Die Befragten schätzten ihre Erholungsfähigkeit überwiegend mittel bis hoch ein. Die COPSOQ-Skalen emotionale Anforderungen und Unterstützung bei der Arbeit wiesen hohe Mittelwerte auf. Einfluss auf die Arbeit hing signifikant positiv, Rollenkonflikte signifikant negativ mit dem BRS-Gesamtwert zusammen. Für die weiteren COPSOQ-Skalen quantitative Anforderungen, emotionale Anforderungen, Führungsqualität und Unterstützung bei der Arbeit zeigten sich keine signifikanten direkten Zusammenhänge. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Resilienzförderung im Spitalkontext auch organisationale Bedingungen berücksichtigen sollte. Praxisbezogene Ansatzpunkte könnten in der Stärkung fachlicher Mitgestaltung, der Klärung von Rollen und Zuständigkeiten sowie in fachlichen Reflexionen liegen. Aufgrund des Querschnittsdesigns lassen sich keine Ursachen oder Wirkungsrichtungen ableiten.