Selbstbestimmt kommen und gehen
Zugangsmöglichkeiten zu sexuellen Dienstleistungen und Suizidhilfe für Menschen mit körperlichen Behinderungen
Im Zuge des gesellschaftlichen Wandels gewinnt Inklusion zunehmend an Bedeutung - eine Entwicklung, die unter anderem die Lebensrealität von Menschen mit Behinderungen massgeblich prägt. Trotzdem sehen sich Menschen mit Behinderungen nach wie vor mit vielfältigen Diskriminierungen konfrontiert, was im Kontext tabubehafteter Lebensbereiche wie Sexualität oder Tod besonders problematisch erscheint. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich die vorliegende Arbeit auf der theoretischen Basis des Capability- und Intersektionalitätsansatzes mit der Frage, inwiefern für Menschen mit körperlichen Behinderungen in der Schweiz Zugangshindernisse zu sexuellen Dienstleistungen und Suizidhilfe bestehen und welcher Handlungsbedarf sich daraus für die Soziale Arbeit ergibt. Der Ist-Zustand wird dabei anhand der kulturellen, rechtlichen und strukturellen Rahmenbedingungen im Sinne eines beschreibenden wie auch erklärenden Zugangs dargestellt. Die Untersuchung der genannten Rahmenbedingungen bestätigt die Hypothese, dass Menschen mit körperlichen Behinderungen in der Schweiz ungenügende Zugangsmöglichkeiten zu sexuellen Dienstleistungen und Suizidhilfe haben. Die Ausschlüsse ergeben sich insbesondere aus einer offenen und unscharfen Gesetzgebung sowie der daraus resultierenden institutionellen Praxis. Für die Soziale Arbeit manifestiert sich somit einerseits ein Handlungsbedarf im Sinne des politischen Mandats, andererseits muss aber auch bestehenden Diskriminierungen im Praxisalltag gezielt entgegengewirkt werden.