Selbstwirksamkeit im Berufsintegrationsprozess fördern
Eine qualitative Fallstudie zum professionellen Handeln von Fachpersonen der Sozialen Arbeit im Handlungsfeld Motivationssemester
Für einige Abgänger*innen der obligatorischen Schulzeit steht die Suche nach eine Berufslehre noch bevor. Manche von ihnen absolvieren vor dem Einstieg in die berufliche Grundausbildung ein Motivationssemester als Zwischenlösung. Dabei stellt gerade beim Berufswahlprozess das Selbstwirksamkeitsniveau ein wesentlicher Wirkfaktor dar.
Die vorliegende qualitative Studie untersucht, wie Fachpersonen der Sozialen Arbeit im Handlungsfeld Motivationssemester durch ihr professionelles Handeln die Selbstwirksamkeit der Teilnehmenden im Berufsintegrationsprozess fördern. Dafür wurden in drei Motivationssemestern Expert*inneninterviews geführt und die gewonnenen Daten mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet.
Die Ergebnisse zeigen, dass trotz der starken Ausrichtung der Motivationssemester auf die berufliche Integration auch eine Selbstwirksamkeitsförderung erfolgt. Diese ist in allen Programmbereichen der untersuchten Organisationen festzustellen. Besonders wirksam erweist sich das Ermöglichen direkter Erfolgserlebnisse sowie die lösungsorientierte Ausrichtung der Coachings. Gleichzeitig wird deutlich, dass die Selbstwirksamkeit noch wirkungsvoller gefördert werden kann. Voraussetzung dafür ist, dass Fachpersonen über Wissen zum Konzept der Selbstwirksamkeit verfügen, ein Themenkonzept zu diesem Wirkfaktor konzipieren und gezielte Techniken zur Selbstwirksamkeitsförderung in den Programmbereichen anwenden.
Abschliessend lässt sich festhalten, dass die Selbstwirksamkeitsförderung die Teilnehmenden dieses Angebots entscheidend voranbringt. Sie leistet einen Beitrag zur Förderung der lebenspraktischen Autonomie und befreit von Abhängigkeiten.