Internetgestützte Medien in der Sozialhilfe

Chancen und Risiken des Einsatzes internetgestützter Medien im Arbeitsfeld der Sozialhilfe aus der Perspektive einer lebensweltorientierten Sozialen Arbeit


ISBN-Nr.:
978-3-03796-619-8
Produkttyp:
Elektronisches Buch
Kategorie:
Bachelor-Thesen (BSc)
Seitenzahl:
129
Erscheinungsjahr:
2017
Publikationsdatum:
02.05.2017
Verlag
Edition Soziothek
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Kaum eine andere Innovation hat unsere Lebenswelt in den letzten Jahrzehnten so nachhaltig verändert, wie die digitalen Medien. Auch in den Arbeitsfeldern der Sozialen Arbeit hat dieser Wandel stattgefunden. In das Arbeitsfeld der Sozialhilfe fand Informations- und Kommunikationstechnologie insbesondere durch Rationalisierungsbestrebungen der Verwaltung Einzug. Heute findet ein grosser Teil des Arbeitsalltags in Sozialdiensten am Computer statt. Die digitalen Medien sind jedoch nicht nur in den Arbeitsfeldern der Sozialen Arbeit präsent, sondern sind Teil der Lebenswelt der Menschen geworden. Dadurch vermischen sich Kommunikationsformen und die durch immer neue digitale Medien vermittelte interpersonale Kommunikation wird veralltäglicht.

Ausgehend von dieser Durchdringung der Alltagswelt mit digitalen Medien, soll sich diese Bachelor-Thesis kritisch mit diesem als Mediatisierung bezeichneten Metaprozess auseinandersetzen und beschäftigt sich deshalb aus theoretischer Perspektive mit der Frage, welche Chancen und Risiken sich durch den Einsatz internetgestützter Medien im Arbeitsfeld der Sozialhilfe aus der Perspektive einer lebensweltorientierten Sozialen Arbeit ergeben.

Um die Forschungsfrage zu beantworten, werden einerseits zentrale Werte des Konzepts der Lebensweltorientierung von Hans Thiersch herausgearbeitet, welche als normative Orientierung in Bezug zum Arbeitsfeld der Sozialhilfe gesetzt werden. Andererseits wird erörtert, welche Bedeutung internetgestützte Medien für das Arbeitsfeld der Sozialhilfe entfalten, indem relevante Aspekte derselben beleuchtet werden. Diese Aspekte werden schliesslich in Bezug auf die herausgearbeiteten Werte in der Sozialhilfe diskutiert und somit die Fragestellung beantwortet.

In Anbetracht stigmatisierender öffentlicher Diskurse, hoher Nichtinanspruchnahme-Quoten, kontinuierlichen Sparmassnahmen sowie Gesetzesrevisionen im Bereich der Sozialhilfe werden durchaus Chancen internetgestützter Medien als Beziehungs- und Angebotsergänzung hinsichtlich Niederschwelligkeit, Hilfe zur Selbsthilfe, Partizipation oder politischer Einmischung diskutiert. Unter dem Vorbehalt, dass Ungleichheit digital reproduziert wird, die Sozialhilfe stets in einen spezifischen sozialpolitischen Kontext eingebettet ist und internetgestützte Kommunikation permanent unter potentieller Einsichtbarkeit von Dritten und unter kommunikativen Restriktionen stattfindet, wird für eine Zurückhaltung des Einsatzes internetgestützter Medien bezogen auf Adressatinnen und Adressaten der Sozialhilfe plädiert. Stattdessen fordert diese Bachelor-Thesis eine Thematisierung digitaler Ungleichheit und eine vermehrte theoretische Auseinandersetzung mit der Mediatisierung in der Sozialhilfe.
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